ISSN 2040-462X

3. Ausgabe: Zwischen Big Brother und digitaler Utopie. E-Governance im posttotalitären Raum

Vlad Strukov & Stephen Coleman

Stephen Coleman ist Professor für Politische Kommunikation am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Leeds. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen: Methoden politischer Beteiligung, Nutzung von digitalen Medien in repräsentativen Demokratien, Populärkultur und institutionelle Politik (formal politics), politische Effektivität, politische Ästhetik, Performanz und Rhetorik, literarische und theatrale Repräsentationen von Politik, Formen der Deliberation und der Entscheidungsfindung. Gemeinsam mit Professor Ann Macintosh leitet er das Zentrum für digitales Bürgertum (Centre for Digital Citizenship), ein interdisziplinäres Forschungszentrum, das die Veränderungen von Bürgerschaft und Governance in der vernetzten Gesellschaft untersucht. Coleman ist Verfasser und Herausgeber einschlägiger Monographien und Sammelbände zum Thema, darunter The Media and the Public: Them and Us in Media Discourse (mit K. Ross, Oxford, 2010), The Internet and Democratic Citizenship: Theory, Practice and Policy (mit J.G. Blumler, Cambridge, 2009), What Happens in Parliament (2001, London).

Vlad Strukov ist wissenschaftlicher Mitarbeiter (Assistant Professor) am Fachbereich für Russisch und am Zentrum für Internationalen Film (Centre for World Cinemas) der Universität Leeds. Seine Forschungen zu Film, Animationskunst, Neuen Medien und Nationaler Identität sind in einer Vielzahl von Zeitschriften und Sammelbänden erschienen.

3.4 Digitales Bürgertum: Elektronische Teilhabe, Demokratie und die Zukunft der Zunft (Interview mit Professor Stephen Coleman)

In einem Interview speziell für Digital Icons diskutiert Professor Stephen Coleman mit Vlad Strukov, Herausgeber von DI, die Entwicklungen im Bereich der Bürger-Partizipation. Coleman betrachtet „e-deliberation“, also die elektronische Teilhabe der Bürger/innen am gesellschaftlichen Prozess mittels Meinungsbildungs-, Beratungs- und Abstimmungsverfahren, als ein sich neu herausbildendes Feld von Forschung, Technologie, sozialen Praktiken und Politik-Gestaltung. Als solches eröffne es Perspektiven hinsichtlich der Förderung und Vereinfachung von Demokratisierungsprozessen im Internet und anderen Medien der Ära des ‚post’-massenmedialen Rundfunksystems. Coleman nimmt konkrete Web-Anwendungen für elektronische Teilhabe in den Blick und diskutiert die philosophischen Grundlagen von Internet-Interfaces sowie von Software-Programmen, welche die soziale Interaktion zwischen Bürgern und öffentlichen Akteuren online ermöglichen sollen. Dabei fokussiert er die partizipatorischen Prozesse aus jeweils unterschiedlicher Perspektive der staatlichen Strukturen und der kommerziellen Anwender sowie unter Berücksichtigung der einschlägigen ideellen Positionen, wie sie die zeitgenössische westliche ‚Academia’ kennzeichnen.

Sprache des Beitrags: Englisch

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